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22.03.2010 von Redaktion | Autor: Ardeschir | Zeit: 16 Minuten

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg veröffentlichte die"Geheimakte Gorleben" auf einer Pressekonferenz in Hannover

Auf einer Pressekonferenz am Montag den 15. März veröffentlichte die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg die "Geheimakte Gorleben". Die "Geheimakte Gorleben" - gebrannt auf einer CD - umfasst 13 Dokumente. Diese Dokumente sind größtenteils interner Schriftverkehr von 1976 bis 2008 zwischen dem Bund, dem Land Niedersachsen sowie den zuständigen Ministerien und Behörden. Aus diesen Dokumenten geht hervor, dass die Auswahl Gorlebens als atomares Mülllager nicht auf geologischer und auch nicht auf hydrogeologischer Eignung des Salzbergwerks basierte. Die "Geheimakte Gorleben" bringt an Licht, dass die Auswahl Gorlebens ausschließlich ein politisch gewollter Prozess gewesen ist. Ein Beispiel hierfür ist die Forderung des Bundesministerums für Forschung und Technologie (BMFT) - im Mai 1983 - an die physikalisch-technische Bundesanstalt (PTB), ihren Zwischenbericht über die Eignung Gorlebens zu beschönigen. Ein weiteres Dokument vom BMFT - von Juli 1982 - verdeutlicht die Vertuschung der Ergebnisse von der Standortuntersuchung. Diese Standortuntersuchung wurde damals von dem unabhängigen Wissenschaftler Prof. Duphorn ausgeführt. Nach seinem Abschluschlussgutachten vom Juni 1982 ist der Salzstock Gorleben für die Endlagerung vom radioaktiven Material nicht geeignet. Parallel zur Präsentation der Geheimdokumente über Gorleben in Hannover wurde von Bundesumweltminister Norbert Röttgen auch eine Pressekonferenz in Berlin einberufen. Anlass dieser Pressekonferenz war die Aufhebung des Gorleben-Moratoriums. Die Rot-Grüne Bundesregierung hatte vor 10 Jahre die Erkundung des Salzstocks Gorleben gestoppt. Dieses Moratorium endet am 30. September 2010. Aus Protest gegen die Ankündigung von Norbert Röttgen, den Salzstock Gorleben "ergebnisoffen" aber alternativlos weiterzuerkunden, kam es am gleichen Tag - also am 15. März - zu einer spontanen Protestaktion vor dem Erkundungsbergwerk Gorleben. AtomkraftgegnerInnen und Mitglieder der Bäuerlichen Notgemeinschaft protestierten mit Traktoren und Transparenten. Einige Teilnehmer haben sich vor den Toren des Erkundungsbergwerks symbolisch angekettet.

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