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Ausstellung: Hexen, Juden, Sündenböcke

Axel Kleinecke 11.05.2018

Hexen, Juden ,Sündenböcke

Die Neustädter Hexenprozesse und das Spiel der Macht

Ausstellung von Hubert Brieden und Kerstin Faust  in Hannover

vom 03.05. – 30.06.2018  

in den ver.di-Höfen in der „Rotation“    Goseriede 10    30159 Hannover

In der Sendung spricht Hubert Brieden ausführlich über die Ausstellung und erläutert im historischen Umfeld Ursachen, Verlauf und Folgen der Hexenverfolgung in unserer Region im 16. Jahrhundert, wie sie in der Ausstellung dargestellt werden.

Im damaligen Fürstentum Calenberg-Göttingen kam es auf Veranlassung des Landesherrn Herzog Erich II zu einer Reihe von Hexenprozessen, die wegen ihrer Brutalität auch überregional Aufsehen erregten und denen zahllose Menschen zum Opfer fielen. Selbst adlige Frauen aus dem Umfeld des Herzogs verschwanden auf Betreiben des Herzogs in den Folterkellern des Schlosses in Neustadt am Rübenberge – ein für damalige Verhältnisse unerhörter Vorgang. Erst durch die Intervention des Kaisers konnten fünf Frauen gerettet werden. Doch die meisten Opfer der Hexenverfolgung stammten weder aus dem Adel noch verfügten sie über ein ausreichendes Vermögen, um sich retten zu können. Zur gleichen Zeit fand ein schauriger Prozess gegen zwei Juden statt. Bereits 1553 hatte die Landesherrschaft das erste antijüdische Edikt erlassen, das Juden den Aufenthalt im Fürstentum Calenberg-Göttingen untersagte.

Die Sendung kann nicht den Besuch der Ausstellung ersetzen, aber die anschaulichen und detaillierten Ausführungen können Appetit auf diese interessante Ausstellung machen, die in Kombination von historischer Darstellung und künstlerischer Aneignung eine emotionale und assoziative Annäherung an ihr erschreckendes Thema ermöglicht, ein Thema, das vom Beginn der Neuzeit damals bis zu Holocaust und Rassismus heute seine Aktualität nicht verloren hat.

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