Sondersendung zum NSU-Prozess

Bärbel Reißmann

Am Mittwoch, dem 11. Juli 2018 ist in München das Urteil im NSU-Prozess gefallen. Aus diesem Anlass hat eine überregionalen Redaktion aus Radiomacher*innen von  freien Radios an diesem Tag ein 15stündiges Programm gestaltet. Die Berichterstattung am 11. Juli wurde organisiert von mehreren freien Radios, die im Bundesverband der Freien Radios (BFR) assoziiert sind. Mehr als 13 Radios haben das Programm bereits am Dienstag zumindest teilweise übernommen und den Tag der Aufarbeitung des NSU-Komplex gewidmet. Das Radioabenteuer findet im Kontext von Kein Schlussstrich statt.

Mit Liveschalten zu Aktivist*innen vor Ort und in andere Städte, aber auch mit Hintergrundberichten und Interviews wurde erneut auf die Dimension der Taten des NSU hingewiesen. Der These der Staatsanwaltschaft – dass es sich beim NSU um ein Terror-Trio gehandelt habe – soll eine andere Sichtweise entgegen gesetzt werden: die Taten des NSU wären ohne ein breites Unterstützer*innen-Netzwerk nicht möglich gewesen. Die Freien Radios machen die Perspektiven der Opfer und Hinterbliebenen publik, skandalisieren die staatlichen Verstrickungen, kritisieren institutionellen Rassismus und rassistische Stimmungsmache – nicht nur am sogenannten TagX.

Radio Flora dokumentiert Teile des Sonderprogramms am Sonntag nach der Urteilsverkündung zwischen 14 und 17 Uhr und als Podcast. Weitere Beiträge stehen unter https://www.freie-radios.net/ zum Hören und zum Download bereit.

Der erste Teil der insgesamt dreistündigen Sendung ist der Einschätzung des Prozesses und der Urteilsverkündung gewidmet. Es kommen zu Wort: Patricia Kowalska von  der Kampagne „Kein Schlusstrich“ und Caro Keller von NSU Watch, der  Prozessbeobachter Fritz Burschel, die Nebenklageanwält*innen Alexander Hoffmann und Gül Pinar, die Thüringer Politikerin Katharina König-Preuß. Außerdem wird ein Statement zu den Urteilen von Elif Kubaşık verlesen, der Witwe des am 04. April 2006 ermordeten Mehmet Kubaşık.
Im zweiten Teil hören wir Initiativen aus verschiedenen Teilen Deutschlands, die sich in der ein oder anderen Weise mit dem NSU-Komplex auseinandersetzen. Es sprechen: die Forscher*innen Ayşe Güleç und Saphir Sahin zu institutionellem Rassismus und migrantisch situiertem Wissen. Peter Busch von der Initiatve „Keupstraße ist überall“ in Köln, Lee Hielscher von der „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Tasköprü“ aus Hamburg und George Kaplan von der Initiative „Black Box Verfassungsschutz“ aus Hessen.

Im dritten und letzten Teil liefern MdB Martina Renner, Rafael Behr (Professor für Polizeiwissenschaften) und Dominik Rigoll vom Zentrum für zeithistorische Forschung in Potsdam Informationen und Einschätzungen zu den Ermittlungen zu den Taten des NSU vor und nach dessen Selbstenttarnung, sowie zu Geschichte und Legitimationsstrategien von Ermittlungsbehörden und Verfassungsschutz.

Die Musik zwischen den Beiträgen ist Creative-Commons-Musik. Im Einzelnen:

Adrift von Julien Lussiez. cc by-sa-nc

Magic Spell von Oursvince cc by-sa-nc

Sense of Music von Borrtex cc by-nc

Some minutes of life von Remy Bourgeois cc by-nc

Olafur part 1 von Matti Paalanen cc by-nd-nc

Flowing Air von Mattia Vlad Morleo cc by-sa-nc

Age of Challenges von Esther Garcia cc by-nd-nc

Homecoming von Frozen Silence cc by-nd-nc

Déjà Vu von José Manuel González Núñez cc by-nd-nc

Expressive Chamber Orchestra von Madì – Composer cc by-nd-nc

Street market von David G. Bonacho cc by-nd-nc

To breathe one’s last von Roger Subirana Mata cc by-nd-nc

Emotional piano with strings von Akashic Records cc by-nd-nc

Earth, From a Million Miles Away von Grégoire Lourme cc by-nd

Aleksey Chistilin – Through Darkness to the Stars  von Tunguska Electronic Music Society cc by-nd

Alle Lieder aus der Playlist „Cinematic Landscapes“ von Jamendo Music

 


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