Solidarität mit Rojava, Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien
Presse Mitteilung: Globaler Aufruf zur Solidarität: Aktionstage zur Verteidigung der Revolution in Rojava
Die internationalen Netzwerke RiseUp4Rojava und WomenDefendRojava rufen angesichts der militärischen Eskalation in Syrien, gemeinsam mit 183 Organisationen und 72 Einzelpersonen aus 39 Ländern zu „Globalen Aktionstagen zur Verteidigung von Rojava“ vom 25. Januar bis zum 1. Februar 2026 auf. Sie rufen die internationale Öffentlichkeit auf, Aktionen zu organisieren, eine Gegenöffentlichkeit aufzubauen, ihre Regierungen zur Verantwortung zu ziehen und eine politische und rechtliche Anerkennung der Demokratischen Autonomen Administration in Nord- und Ostsyrien (DAANES) zu fordern.
Die humanitäre Situation in den verschiedenen Teilen von Nordostsyrien ist weiterhin kritisch. Laut übereinstimmenden Berichten sind bereits fünf Kinder in der Stadt Kobanê durch die inhumanen Lebensbedingungen aufgrund der anhaltenden Belagerung durch Kräfte der syrischen Übergangsregierung gestorben. Etwa 150.000 Zivilist:innen sind in der Stadt gefangen. Wasser, Elektrizität und der Zugang zu Lebensmitteln sind abgeschnitten.
Der weltweite Aufruf zur Solidarität wurde von Akademikern, Journalisten, Priestern, Müttern und verschiedenen Organisationen unterschrieben, die sich in ihrer Verurteilung des internationalen Schweigens vereinen.
Die Organisator:innen der Globalen Aktionstage stehen für Fragen oder Anfragen bereit unter
E-Mail: riseup4rojava.de@systemli.org
Signal: action_press.63
Telegram: @riseup4rojava_admin
Globaler Aufruf zur Solidarität: Aktionstage zur Verteidigung der Revolution in Rojava
25. Januar – 1. Februar 2026
Wir, 183 Organisationen und 72 Einzelpersonen aus 39 verschiedenen Ländern erklären, dass:
Seit dem 6. Januar sind kurdische und arabische Regionen in Syrien anhaltenden Angriffen ausgesetzt, die die größte existenzielle Bedrohung für die kurdische Gesellschaft und das autonome Selbstverwaltungssystem darstellen, das dort seit über 14 Jahren aufgebaut wurde. Diese Militäroffensive wird vom islamistischen Regime al-Sharaas, der sogenannten „Übergangsregierung” in Damaskus, in Zusammenarbeit mit dem türkischen Verteidigungsminister Yaşar Güler und dem Außenminister Hakan Fidan koordiniert. Sie wird in direkter Zusammenarbeit mit dschihadistischen Milizen durchgeführt. Dieser Vernichtungskrieg wurde von westlichen Regierungen genehmigt.
Rojava ist unmittelbar von der HTS und dem IS bedroht. Diese Angriffe gefährden die hart erkämpften Errungenschaften der Frauenrevolution in Rojava, darunter die Prinzipien der lokalen Demokratie und der Gleichberechtigung ethnischer und religiöser Gemeinschaften. Sie versuchen, die Demokratische Autonome Verwaltung Nord- und Ostsyriens zu zwingen, zwischen totaler Kapitulation und vollständiger physischer Vernichtung zu wählen. Der Angriff auf Rojava zielt nicht nur darauf ab, die Errungenschaften der kurdischen Gesellschaft zu zerstören. Vielmehr verfolgt dieser internationale Plan das Ziel, die Idee und das Projekt eines demokratischen Syriens und eines demokratischen Nahen Ostens zu zerstören.
Durch diese Angriffe erleben wir ein neues Wiedererstarken des IS. Tausende IS-Kämpfer wurden von den Regierungsmilizen von al-Sharaa befreit, der selbst eine gemeinsame Geschichte mit der Terrororganisation hat. Erneut begeht der IS Massaker an der Zivilbevölkerung in ganz Syrien. Kobanê, Schauplatz des historischen Widerstands gegen den IS, wird erneut angegriffen und von denselben Kräften, die unter verschiedenen Flaggen operieren, vollständig belagert. Ermutigt durch diese Angriffe stellt der IS erneut eine Bedrohung für die Gesellschaften weltweit dar.
In allen Teilen Kurdistans und auf der ganzen Welt erheben sich die Menschen, um die Rojava-Revolution und die Hoffnung, die sie der Menschheit bietet, zu verteidigen. Das kurdische Volk, insbesondere Frauen und junge Menschen, ist dem Aufruf zur allgemeinen Mobilisierung gefolgt, indem es Massendemonstrationen veranstaltet hat und zu Tausenden nach Rojava gereist ist, um das Gebiet zu verteidigen. Soziale Bewegungen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und akademische Gemeinschaften auf allen Kontinenten haben Solidaritätsaktionen mit den Völkern von Rojava organisiert.
Im Jahr 2014 gingen weltweit Millionen Menschen auf die Straße und gemeinsam konnten wir Kobanê befreien. Die Niederlage des IS zu dieser Zeit wurde nicht nur durch die YPG und YPJ ermöglicht, sondern auch durch eine breite internationale Solidarität, einschließlich politischer, sozialer und moralischer Unterstützung durch demokratische Kräfte weltweit.
Heute rufen wir erneut zu globaler Solidarität auf, um die Revolution und die Menschenwürde zu verteidigen.
In einer Zeit zunehmender globaler Fragmentierung, die vom Profit statt von den Bedürfnissen der Menschen getrieben ist, müssen wir uns zusammenschließen, um die Freiheit Rojavas zu fordern und für die Menschlichkeit einzustehen. Angesichts koordinierten militärischen und politischen Drucks müssen die demokratischen Kräfte ihre Solidarität stärken.
Wir, die unten aufgeführten Organisationen und Einzelpersonen, rufen daher dazu auf:
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Aktionen in Solidarität mit Rojava zu organisieren, die Angriffe zu verurteilen und auf die unmittelbare Gefahr einer ethnischen Säuberung durch die syrische Übergangsregierung, die Türkei und ihre verbündeten dschihadistischen Milizen aufmerksam zu machen.
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Eine öffentliche Gegendarstellung in den Medien und der Zivilgesellschaft zur Lage in Rojava zu schaffen und die offensichtliche Unterstützung des Westens für die Angriffe aufzudecken.
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Nationale Regierungen und internationale Institutionen für ihre Mitschuld an den Kriegsverbrechen in Rojava zur Verantwortung zu ziehen.
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Politische und rechtliche Anerkennung und einen Status für die DAANES zu fordern, um Damaskus zu zwingen, eine dezentrale Lösung zu akzeptieren, die die Existenz und die Rechte der Alawiten, Drusen, Jesiden, Assyrer, Armenier und aller ethnischen und religiösen Gemeinschaften in einem zukünftigen demokratischen Syrien garantiert.
Women Defend Rojava
RiseUp4Rojava
24. Januar 2026
Wichtige Termine:
Am 26. Januar 2026 rufen wir alle demokratischen Kräfte, insbesondere Jugendliche und Frauen, dazu auf, im Rahmen eines „Kobanê -Aktionstages” aktiv zu werden.
Am 26. Januar 2015 wurde Kobanê offiziell vom IS befreit. Jetzt greifen dieselben Banden Kobanê erneut an. Aus diesem Grund rufen wir alle demokratischen Kräfte dazu auf, Kobanê, das Symbol des Sieges über den IS-Terrorismus, am 26. Januar 2026 durch dezentrale Aktionen auf der ganzen Welt zu verteidigen.
Bijî Berxwedana Kobanê!
Es lebe der Widerstand von Kobanê!
Am 31. Januar 2026 rufen wir alle Frauen und demokratischen Kräfte dazu auf, sich unter dem Motto „Women Defend Rojava“ an Aktionen zu beteiligen, um die Frauenrevolution zu verteidigen!
Die Errungenschaften der Frauenrevolution werden derzeit massiv von der IS-Mentalität der syrischen Übergangsregierung angegriffen, die die Philosophie Jin, Jiyan, Azadî zerstören will.
Frauen, die Vorreiterinnen der Revolution, werden verfolgt, entführt, gefoltert, ermordet und ihre Zöpfe als Trophäen zur Schau gestellt.
Heute stehen alle kurdischen, arabischen, armenischen und assyrischen Frauen, die Kämpferinnen der YPJ, Kongra Star, HPC Jin, Bet Nahrain und die gesamte Gesellschaft vereint bereit, ihre hart erkämpften Errungenschaften zu verteidigen. Ohne die Befreiung der Frauen kann es keine Befreiung der Gesellschaft geben!
Aus diesem Grund rufen wir alle dazu auf, am 31. Januar auf die Straße zu gehen, um der internationalen Öffentlichkeit zu zeigen, dass wir in unserem Kampf für ein Leben in Würde vereint sind. Lasst uns gemeinsam die Frauenrevolution verteidigen; sie ist nicht nur eine Hoffnung für den Nahen Osten, sondern für die ganze Welt.
Jin Jiyan Azadî!
Pressemitteilung
Start der Karawane nach Kobanê (Kurdistan) heute in Hannover
Heute startet eine Auto-Karawane von hier bis nach Kobanê im aktuell vom Krieg überfallenen Rojava (kurdischer Teil in Syrien/Teil der demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien). Diese Karawane folgt dem Aufruf an die Gesellschaft der demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien (DAANES) in die Region zu kommen und bei der Verteidigung gegen den Islamischen Staat und die militärische Großoffensive durch die syrische Übergangsregierung und der Türkei zu unterstützen.
Die Karawane – Peoples´ Caravan to Defend Humanity – fährt morgen, Freitag 23.01. aus Hannover los. Startpunkt ist Kornst. 17, 30167 Hannover um 8 Uhr. Hierzu wird es lautstarke Solidaritätsbekundungen vor Ort geben, um den Konvoi loszuschicken.
Bereits heute um 15 Uhr wird der Start der Karawane öffentlich bekundet. Um 15 Uhr findet eine Kundgebung vor dem Landtag in Hannover statt, welche zusätzlich auf die Massaker des Krieges und den zurückgekommenen IS in der Region aufmerksam macht.
Zeitgleich wird die Karawane in Köln starten. Aus Deutschland wird sie sich bis Samstag auf den Weg nach Wien machen, von wo aus sich ganz Europa auf den Weg nach Kobanê machen wird, um sich dem Widerstand gegen den Islamismus anzuschließen. Während aus den kurdischen Gebieten in der Türkei, Syrien und dem Irak bereits Tausende dem Aufruf der Selbstverwaltung gefolgt sind, wird auch mit einer großen Beteiligung aus Europa gerechnet.
Wir laden alle Pressevertreter:innen ein, diesen historischen Moment zu dokumentieren und die notwendige Öffentlichkeit zu schaffen.
Im Anhang finden sie den Aufruf, sich der Karawane anzuschließen.
Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung
Pressekontakt:
Helin Kalan
NAV-DEM – Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Hannover e. V.
E-Mail: nav-dem_hannover@posteo.de
-- NAV-DEM - Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Hannover e.V. NAV-DEM_Hannover@posteo.de https://navdemhannover.blackblogs.org/ 01638911292
Aktion von „Women defend Rojava“ im Niedersächsischen Landtag: Protest gegen Angriffe auf Rojava und die systematische Gewalt gegen Frauen.
Aktion von “Women defend Rojava” im Landtag: Aktivist:innenwollten Papier zur aktuellen Lage von Frauen im Zuge der islamistischen Massaker der syrischen Übergangsregierung in Nord- und Ostsyrien überreichen. Sicherheitsdienst verhindert dies und greift Presse an.
Am heutigen Donnerstag, den 22. Januar sind Aktivist:innen der Kampagne “Women defend Rojava” in den Hannover Landtag gekommen, um auf die Situation der Frauen in der aktuellen Lage der Angriffe auf Kobane und weitere Teile der demokratischen Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien aufmerksam zu machen. Seit dem 6. Januar 2026 begann die syrische Übergangsregierung mit Massakern an in der Region lebenden Minderheiten.
Die Kampagne “Women defend Rojava” hatte sich 2019 mit Angriffen auf die Städte Serekaniye und Gire Spi international in Solidarität mit der Frauenrevolution gegründet.
Unter dem Download-Link finden Sie Aufnahmen der Aktion:
Download-Link: https://wetransfer.com/
Pressemitteilung
Aktion von „Women defend Rojava“ im Niedersächsischen Landtag: Protest gegen Angriffe auf Rojava und die systematische Gewalt gegen Frauen.
Hannover, 22. Januar 2026
Am heutigen Donnerstag sind Aktivist:innen der Kampagne “Women defend Rojava” in den Niedersächsischen Landtag in Hannover gekommen,um auf die dramatische Zuspitzung der Lage in Nord- und Ostsyrien aufmerksam zu machen. Im Rahmen eines Besuchs mit einem Transparent im Landtag wollten sie ein Dossier zur aktuellen Situation von Frauen im Zuge der islamistischen Massaker der syrischen Übergangsregierung an die Abgeordneten überreichen.
Seit dem 6. Januar 2026 verübt die syrische Übergangsregierung unter Führung von Jolani und der HTS-Dschihadisten großflächige Angriffe auf Gebiete der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Insbesondere die Region um Kobane, ein zentrales Symbol des Widerstands gegen den sogenannten „Islamischen Staat“, ist erneut umzingelt. Die Angriffe erfolgen von drei Seiten durch Truppen der Übergangsregierung, während die Türkei im Norden massiv militärisch aufrüstet und schweres Kriegsgerät an die Grenze verlegt.
Islamistische Gewalt und Daesh-Mentalität gegenüber Frauen
Die derzeitige Offensive ist geprägt von einer Ideologie, die sich in direkter Kontinuität zur Daesh-Mentalität bewegt. Frauen sind gezielt von Gewalt betroffen: Verschleppungen, Vergewaltigungen, Zwangsverschleierung sowie entwürdigende Praktiken wie das Abschneiden von Haaren von getöteten Frauen sind dokumentierte Mittel islamistischer Herrschaft. Diese Gewalt richtet sich insbesondere gegen kurdische, jesidische, christliche und andere marginalisierte Gemeinschaften.
Gefängnisausbrüche und erneute Gefahr durch Daesh
Durch die seit über zwei Wochen andauernden militärischen Angriffe kam es zudem zu Gefängnisausbrüchen von Daesh-Kämpfern. Diese Entwicklung stellt eine akute Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar und zeigt, dass die aktuelle Eskalation nicht nur lokale, sondern auch internationale sicherheitspolitische Folgen hat.
EU-Unterstützung und Widerspruch zur „feministischen Außenpolitik“
Besonders scharf kritisieren die Aktivist:innen die Rolle der Europäischen Union. Durch politische Anerkennung, diplomatische Kontakte und faktische Duldung der syrischen Übergangsregierung unterstützt die EU dieses Vorgehen indirekt – während sie sich gleichzeitig mit dem Begriff einer „feministischen Außenpolitik“ schmückt. Die Realität vor Ort steht in eklatantem Widerspruch zu diesen politischen Selbstzuschreibungen.
Zur Aktion im Landtag – Gewalt durch Sicherheitsdienst statt Gespräch
Im Rahmen der Aktion betraten die Aktivist:innen den Landtag mit einem Transparent, riefen kurze Parolen, wollten Informationsflyer verteilen und das Gespräch mit Abgeordneten und Besucher:innen suchen. Leider wurde die kurze Intervention sofort durch den internen Sicherheitsdienst des Landtages gestoppt. Die Aktivistinnen hatten im Foyer des Gebäudes ein Transparent mit der Aufschrift “Jin Jiyan Azadi-Frauenrevolution verteidigen” gehalten. Beim verweisen des Gebäudes gingen die Angestellten des Landtages sehr ruppig vor und wendeten Gewalt gegen einen Vertreter der Presse an. Eine Anzeige wurde seitens der Aktivistinnen bereits erstattet. Ein Dossier konnte so nicht an die Abgeordneten überreicht werden.
Mit der Aktion fordert riseup4rojava ein sofortiges Ende der politischen und militärischen Unterstützung islamistischer Akteure, den Schutz der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien sowie eine Außenpolitik, die Frauenrechte nicht nur rhetorisch, sondern konkret verteidigt.
Für Rückfragen stehen wir per Mailanfrage bereit; womendefendrojava_hannover@
Oder per Instagram; @women_defend_rojava
Kontaktieren sie uns gerne auch für ein Telefongespräch.