Ausstellung im Kargah Haus: Blutiger Winter 2026, Massaker am Bewusstsein und die Gerechtigkeitssuche der leeren Schulbänke
Veranstaltungs info
| Datum: | 13.03.2026 |
|---|---|
| Uhrzeit: | 17:00 |
Details
Ausstellung im Kargah Haus: Blutiger Winter 2026, Massaker am Bewusstsein und die Gerechtigkeitssuche der leeren Schulbänke
13.03 & 14.03.2026 Eröfnung: Fr. 13.03, 17 Uhr ; Geöfnet:Sa., 14.03., 11-19 Uhr
Kargah Haus, Zur Bettfederfabrik 1, 30451 Hannover
1. Einleitung: Der Aufstand im Monat Januar(Dey); die Einheit von Stift und Straße
Der Monat Januar 2026(Dey 1404) wurde in der zeitgenössischen Geschichte Irans als Wendepunkt verzeichnet. Was mit Protesten gegen politische Repression und wirtschaftliche Notlagen begann, verwandelte sich rasch in einen landesweiten Aufstand in mehr als 160 Städten. Im Zentrum dieser Bewegung waren Schulen und Universitäten nicht länger nur Orte der Bildung, sondern wurden zu Bollwerken des Widerstands. Der Bericht „Roter Winter von HRANA“ ist ein Zeugnis des Mutes einer Generation, die von den Esstischen und aus den Klassenräumen auf die Straßen trat, um nach Freiheit und
Menschenwürde zu rufen. Die Antwort der Regierung jedoch war, die Straßen in Schlachtfelder für Schüler und Lehrkräfte zu verwandeln.
2. Das Schlachthaus der Repression: Jenseits von Zahlen und Statistiken
Hinter den erschütternden Statistiken liegen tausende begrabene Träume. In diesem blutigen Winter wurde das Bewusstsein zur Schlachtbank geführt:
Verlöschte Sterne: Mehr als 230 Schülerinnen und Schüler sowie 160 Studierende verloren ihr Leben. Hunderte von ihnen waren Minderjährige unter 18 Jahren, die nicht auf einem Schlachtfeld, sondern bei friedlichen Versammlungen durch gezielte Schüsse, Schlagstockhiebe oder unter Folter starben.
Opfer aus dem Bildungswesen: Dutzende Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende wurden verhaftet, verletzt oder verhört. Lehrkräfte wurden nicht nur als Protestierende ins Visier genommen, sondern auch aus Rache, weil sie sich den Sicherheitskräften entgegenstellten und sich weigerten, Namenslisten von Schülerinnen und Schülern auszuhändigen.
3. Die führende Rolle des Koordinationsrats der Lehrerverbände und ziviler Kampagnen
Inmitten dieser systematischen Gewalt wurde der Koordinationsrat der Gewerkschaftsverbände der Lehrkräfte Irans durch die Organisation ziviler Proteste und das Hochhalten der Fahne der Gerechtigkeitssuche zum moralischen Kompass der Gesellschaft:
Kampagne der leeren Schulbänke: Der Aufruf dieses Rates zur Aussetzung des Unterrichts machte leere Schulbänke im ganzen Iran zu einem Symbol für die blutige Abwesenheit derjenigen, die nun im Grab oder in Haft sind.
Klassen ohne Lehrkraft: Lehrkräfte übermittelten durch Sitzstreiks und Unterrichtsverweigerung ihre Protestbotschaft an die Welt. Der Slogan „Inhaftierte Lehrkraft, inhaftierter Schüler – sie müssen freigelassen werden“ wurde zum gemeinsamen Ruf von Stift und Straße.
4. Aufruf zu internationaler Gerechtigkeit und Umsetzung der Justiz
Was im Winter 1404 geschah, war eine „systematische Tötung von Kindern“ und ein Verbrechen gegen Kinder. Wir werden die Namen dieser 230 geliebten Menschen nicht im Staub der Geschichte verschwinden lassen.
Unsere Forderungen an die internationale Gemeinschaft, Organisationen zum Schutz der Kinderrechte und Menschenrechtsinstitutionen:
• Einsetzung einer Untersuchungskommission: Sofortige Entsendung eines unabhängigen Gremiums zur Untersuchung der Verbrechen des Winters 1404 und zur Identifizierung der Verantwortlichen und Ausführenden der Schüsse auf Kinder.
• Bedingungslose Freilassung: Diplomatischer Druck zur unverzüglichen Freilassung aller Lehrkräfte, Studierenden und Schülerinnen und Schüler, die in Haftanstalten und „Jugendbesserungseinrichtungen“ gefoltert werden.
• Beendigung der Militarisierung von Schulen: Offizielle Verurteilung der Islamischen Republik Iran und Verpflichtung zum Abzug militärischer und sicherheitsrelevanter Kräfte aus dem Umfeld von Bildungseinrichtungen.
Wir waren Samen, von denen sie meinten, man könne sie begraben –
und damit sei alles vorbei.
Doch sie vergaßen:
Samen schlafen nur im Dunkel,
um grüner zu erwachen.
Die leeren Schulbänke von heute sind Zeugnis eines Morgens,
an dem kein Regime
– und sei es noch so unerbittlich – das Erwachen des Bewusstseins unter Erde zwingen kann.
Denn Wissen lässt sich nicht verscharren. Und Hoffnung treibt Wurzeln.
