Friedensinitiative gegen öffentliche Vereidigung von Militärs in Neustadt a. Rbge.

erstellt von: am: 30.08.2026

Für den 28. August 2026 hatte die Bundeswehr in Neustadt a. Rbge. nach Jahren der Abstinenz wieder mal zu einem öffentlichen Gelöbnis geladen. Es handelt sich dabei um eine Werbeveranstaltung, mit der das Militär der Öffentlichkeit demonstrieren will, wie wichtig es genommen werden möchte. Andere für das tagtägliche Leben wirklich relevante Berufsgruppen, etwa Krankenschwestern oder -pfleger, Postbotinnen und -boten, Auslieferungsfahrer*innen, Bäuerinnen und Bauern und andere mehr kämen nie auf die Idee, sich auf ähnliche Weise zu präsentieren. Anders das deutsche Militär, das aus Steuergeldern finanziert wird, unproduktiv ist und sich dennoch überall wichtig machen will. Das war in der Kaiserzeit im Vorfeld des Ersten Weltkrieges schon so und auch in der NS-Dikatatur vor dem Zweiten Weltkrieg. Zu Zeiten der Weimarer Republik verzichtete man aus gutem Grund auf öffentliche Gelöbnisse. Und die Soldaten wurden damals auf die Reichsverfassung vereidigt. Bundeswehrsoldaten dagegen werden bewusst nicht auf das Grundgesetz und die Grundrechte vereidigt. Angriffskriege wie den gegen Jugoslawien hätten sie dann nämlich nicht führen dürfen.

Die Friedensinitiative Neustadt/Wunstorf hatte die Öffentlichkeit frühzeitig über den geplanten Militäraufmarsch informiert und bestimmte weitgehend den öffentlichen Diskurs. Auf einer Vortragsveranstaltung wurde über die Geschichte öffentlicher Gelöbnisse/Vereidigungen informiert und im Vorfeld des Antikriegstages eine zweistündige Kulturveranstaltung in der Neustädter Fußgängerzone durchgeführt. Anschließend fand eine Spaziergang – mit Zwischenkundgebung am Rathaus – zum Friedhof in der Lindenstraße statt, wo weiße und rote Rosen am Gräberfeld für ausländische Zwangsarbeiter*innen und Kriegsgefangene niedergelegt wurden. Gleich nebenan marschierte unterdessen auf einem Sportplatz die Bundeswehr auf. Gut sichtbar nahe des Eingangs stand ein Protestanhänger der Friedensinitiative … und es geschahen noch einige andere Dinge.

Weitere Einzelheiten sind der Presseerklärung der Friedensinitiative zu den Ereignissen entnehmen.

Außerdem dokumentieren wir die Rede der Friedensinitiative Neustadt/Wunstorf am Neustädter Rathaus.


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