Pogromnacht der Nazis 1938 – Kundgebung in Neustadt a. Rbge.

erstellt von: am: 20.11.2023

Pogromnacht der Nazis 1938 – Kundgebung in Neustadt a. Rbge.

Anlässlich der Pogromnacht der Nazis gegen die Juden in Deutschland am 9. November 1938 fand in Neustadt am Rübenberge am 12.11.2023 wie schon in den Vorjahren eine Gedenkveranstaltung statt. Sie wurde vom Neustädter Arbeitskreis für Regionalgeschichte unter dem Motto „Gegen jeden Antisemitismus“ organisiert. Hubert Brieden, Initiator dieses Arbeitskreises, der mit seinen Forschungen wesentlich zur Aufklärung der Nazi-Geschichte vor und nach 1945 in Neustadt beigetragen hat, wies darauf hin, dass in den gegenwärtigen Krisenzeiten Neonazis in Deutschland wieder erschreckend an Boden gewinnen und dass es deshalb besonders wichtig sei, an die Verbrechen der Nazidiktatur zu erinnern.

Als erste deutschlandweite, zentral gesteuerte Terroraktion der Nazis gegen die damals noch zahlreich in Deutschland lebenden Menschen jüdischen Glaubens kann die Pogromnacht mit ihren brutalen Gewalttaten schon als Vorreiter des Holocaust gesehen werden, des  ungeheuerlichen Massenmords an den Juden, der wenige Jahre später unter den Nazis zum Programm der Vernichtung der sogenannten „jüdischen Rasse“ gehörte und mit verstörend kalter Funktionalität systematisch durchgeführt wurde.

Dieser Zusammenhang wurde in den Reden auch thematisiert und der Holocaust als der Zivilisationsbruch in der Geschichte Europas herausgestellt. Es wurde aber auch auf die zunehmende antisemitische Gewalt bis hin zu Morden im heutigen Deutschland und in der Welt hingewiesen.

In Deutschland gab es neben Friedhofschändungen und Brandstiftungen an Synagogen auch die weitgehend unaufgeklärten Morde des sogenannten „Nationalsozialisten Untergrundes“ (NSU) und bei dem Anschlag eines Nazis 2019 auf die Synagoge in Halle wurden zwei Menschen umgebracht. Global gehört vor allem im Rahmen des Palästina-Konflikts das Massaker der Hamas in Israel am 7.10. dieses Jahres dazu – ein erschreckender Exzess der Gewalt gegen israelische Juden und Jüdinnen. Auch dies ist antisemitische Gewalt, sie kommt historisch zwar aus anderen Wurzeln als der traditionelle europäische Antisemitismus, sie muss aber als Antisemitismus ebenfalls verurteilt werden, weil auch sie sich mit blinder Vernichtungswut wahllos gegen jüdische Menschen richtet.

Erinnert wird in dieser Gedenkveranstaltung auch an die Diskriminierung, Vertreibung und Ermordung von jüdischen Menschen in Neustadt selbst, an die Zerstörung der Synagoge in der Progromnacht 1938 und die Verbrennung der Kultgegenstände zwischen den Leinebrücken, an der Stelle, wo heute das Neustädter Holocaust-Mahnmal steht und wo auch die Veranstaltung stattfand.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Hubert Brieden und dem Demonstrationszug von dem Ort der ehemaligen Synagoge zum Platz des Mahnmals folgten dann die Redebeiträge von den folgenden Teilnehmern:

Ingrid Wettberg, ehemalige Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover,

Dominic Herbst, Bürgermeister von Neustadt a. Rbge.,

Claus Crone, Katholische Kirche,

Rainer Müller-Jödicke, Superintendent der Evangelisch-Lutherische Kirche,

Hubert Brieden, Arbeitskreis Regionalgeschichte.

Fotos von Hubert Brieden und Axel Kleinecke

Hubert Brieden – Eröffnung der Veranstaltung

Ingrid Wettberg – Ehemalige Vorsitzende der liberalen jüdischen Gemeinde

Dominic Herbst – Bürgermeister von Neustadt a. Rbge.

Claus Crone – Katholische Kirche

Rainer Müller-Jödicke – Superindendent der Evangelisch-Lutherischen Kirche

Hubert Brieden – Arbeitskreis Regionalgeschichte


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