Der Soldat Oppermann im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

erstellt von: am: 26.05.2022

Der Soldat Oppermann im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71
Eine Kriegsgeschichte aus Europa in 9 Kapiteln

Am 11.April 2022 findet in der französischen Kleinstadt Château-du-Loir ein Festakt zum Andenken an Soldaten aus einem eigentlich längst vergessenen Krieg, dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, statt. Das Besondere daran ist, dass neben der französischen Soldaten auch der deutschen Soldaten, die hier begraben sind, gemeinsam im Rahmen einer Feierstunde und einer Kranzniederlegung gedacht wird. Auf Vorschlag der Vorsitzenden des Souvenir Français in der Sarthe Josiane Poupon und des französischen Bürgermeisters Hervé Roncière wird für die 40 französischen Soldaten und für die 7 deutschen Soldaten, die im Lazarett von Château-du Loir 1871 starben, eine Namensplakette angebracht – ein bemerkenswerter Akt der Versöhnung 150 Jahre nach dem erbitterten Krieg und der Erzfeindschaft zwischen den europäischen Nachbarn. Auch der Deutsche Dr. Rainer Bendick war zu dem Festakt eingeladen. Der Historiker arbeitet als Bildungsreferent beim Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bezirksverband Braunschweig. Er erforscht die Geschichte von einem der deutschen Soldaten: Heinrich Oppermann.

Bei seiner Arbeit war Rainer Bendick auf eine größere Anzahl von Briefen gestoßen, die Heinrich Oppermann von der Front und später als Besatzungssoldat an seine Familie im Braunschweiger Land geschrieben hatte. Mit Schülerinnen und Schülern der IGS-Salzgitter erarbeitete Bendick eine Geschichts- und Erinnerungstafel für das Denkmal, das Oppermanns Mutter in Erinnerung an ihren Sohn auf dem Friedhof in Lebenstedt errichten ließen. Nach intensiven Forschungen in französischen Archiven konnte er den Weg, den Oppermann als Soldat im Infanterieregiment 92 von der deutschen Grenze über Lothringen bis in den Nordwesten Frankreichs verfolgen. Dort starb Oppermann am 5. März 1871 nach dem Waffenstillstand als Besatzer an der Ruhr. Mit dem Fund der persönlichen Dokumente des Soldaten ergab sich für den Historiker Bendick die einzigartige Möglichkeit die Geschichte des Deutsch-Französischen Kriegs aus der Perspektive eines beteiligten Soldaten zu erzählen. 

Eine kommentierte bilinguale Herausgabe der Briefe in Buchform ist in Planung, für radio flora gibt Rainer Bendick im Voraus einen anschaulichen Überblick über Entstehung und Verlauf des Krieges in Verbindung mit Oppermanns persönlichen Berichten. Für die bessere Übersicht haben wir das Gespräch in neun Kapitel und zwei Exkurse gegliedert.



Der Soldat Oppermann im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71

Kapitel 1:  
Heinrich Oppermann und seine Erinnerungsstätten in Frankreich und in Deutschland.

Kapitel 2:  
Der Deutsch-Französische Krieg als historischer Einschnitt in der Geschichte beider Länder.  

Kapitel 3:
Kriegsursache Nationalismus und die Emser Depesche.

Exkurs: 
Wer ist das Volk?   Politischer Einfluss der Bevölkerung beider Länder vor dem Krieg.

Kapitel 4:
Der schnelle Sieg und der Krieg, der nicht enden will.

Kapitel 5:
Oppermann zieht in den Krieg. Optimismus und patriotische Hybris.

Kapitel 6:
Oppermanns Veränderung, oder was der Krieg mit den Menschen macht.

Exkurs: 
Kriegsregeln damals und heute – ein Versuch geschichtliche Parallelen zu finden.

Kapitel 7:
Kriegserfahrungen der Franzosen mit den Deutschen oder, wie nationalistischer Hass entsteht.

Kapitel 8:
Ermüdung und Abstumpfung des Soldaten Oppermann nach den Kämpfen als Besatzer.

Kapitel 9 - Schluss:
Die Franzosen sind nun beraubt und entwürdigt. Aber 100 Jahre später erwächst aus der Erbfeindschaft Versöhnung und Freundschaft.


Sendung: Der Soldat Oppermann in Deutsch-Französichen Krieg

Einweihung der Erinnerungstafel

Friedhof Salzgitter-Lebenstedt – Erinnerungstafel am Mahnmal


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