Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Reichprogromnacht in Neustadt a. Rbge

erstellt von: am: 09.11.2021

Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Reichprogromnacht in Neustadt a. Rbge

Heute, am 9. November vor 83 Jahren initiierter das Nazi-Regime die erste staatliche Gewaltaktion gegen Juden in Deutschland. In einer einzigen Nacht wurden von SA-Schlägertrupps überall Synagogen in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und Juden aus ihren Wohnungen vertrieben. Verprügelt, verhaftet und auch schon umgebracht.

Auch die norddeutsche Kleinstadt Neustadt am Rübenberge in der Nähe von Hannover wurde von dem Nazi-Terror nicht verschont. Im Jahre 1938 in der Nacht vom 9. Auf den 10. November wurde auch dort die Synagoge zerstört und jüdische Mitbürger aus ihren Wohnungen vertrieben und misshandelt. Jüdische Kultgegenstände wurden demonstrativ verbrannt. Am Sonntag, den 7. November wurde in Neustadt in einer Gedenkveranstaltung daran erinnert. Radio Flora war dabei.

Der Anlass ist nicht nur vergangenheitsbezogen. In der derzeitigen Krise unserer Demokratie erleben wir – wie in vergangenen Zeiten – eine alarmierende Zunahme antisemitischer, rassistischer Verschwörungsmythen. Die Anschläge fanatisierter Nazis in Halle und Hanau machen deutlich, dass solche Wahnvorstellungen blutige Konsequenzen haben. In einer Situation, in der Menschen jüdischen Glaubens, Migranten und andere Minderheiten von Nazis und Rechtspopulisten wieder diskriminiert, bedroht und tätlich angegriffen und sogar ermordet werden, erinnern die historischen Ereignisse daran, dass Antisemitismus und Rassismus in Deutschland schon einmal zum Massenmord des Holocaust geführt haben.

Diese Gedenkveranstaltung in Neustadt fand im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Jüdisches Leben in Deutschland“ statt, die von dem „Arbeitskreis Regionalgeschichte“ in Neustadt in Kooperation mit der „Altrewa-Bürgerstiftung“ durchgeführt wurde.

Die Ausstellung “Verschweigen und Erinnern – Die langen Schatten der NS-Diktatur“ im Rosenkrug, Nienburger Straße 28 in Neustadt wurde bis zum 19.November 2021 verlängert und die Ausstellung „Jüdisches Leben in Neustadt a. Rbge“ ist noch bis zum 2. Dezember dieses Jahres in der Schlossstraße zu sehen.

Es sprachen:

  • Hubert Brieden, Arbeitskreis Regionalgeschichte
  • Jasmina Cortese, stellvertretende Bürgermeisterin
  • Superintendent Michael Hagen
  • Claus Crone, Katholische Kirchengemeinde



Verweise auf andere Podcasts von der Veranstaltungsreihe in Neustadt:


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